My personal crises 2009

    Fang_Die_Kuh_Mental_Fitness_Training_Shitstorm

    And why it was for me not so easy shaking off negative inner voices after a humiliating media shitstorm …

    Kann man wirklich die größte Niederlage in den größten Sieg verwandeln? Ist es besser ein Debakel einfach abzuhaken oder profitiert man langfristig mehr davon, wenn man sich den vergangenen Ereignissen stellt und sie gründlich aufarbeitet?

    2009 bin ich aufgrund von einem tragischem Missverständnis in eine schwierige Situation gekommen, die überraschend in einem Media-Shitstorm endete und eine schlimme Lebenskrise mit drastischen Konsequenzen nach sich zog. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich damals völlig anders reagierte, als ich es in meinen Workshops damals „predigte“. Ich war meilenweit von „monstergechillt“ entfernt und konnte schon gar nicht meinen Seminarslogan: „Fuck it & relax“ umsetzen.

    Jeder reagiert anders in einer Lebenskrise. Flucht. Angriff. Erstarren. Sehr zu meiner Überraschung reagierte ich mit dem Muster Erstarren. Wie ein Reh, das vom Scheinwerferlicht geblendet ist und einfach auf der Strasse stehen bleibt, habe ich nichts gemacht. Nicht reagiert. Keinen Artikel oder Kommentar beantwortet oder kommentiert, mich verteidigt oder mich gewehrt. Warum? Es hat über zwei Jahre gebraucht, um dies für mich selbst herauszufinden. Zum einen, weil ich wußte, dass ich einen großen Fehler gemacht hatte und die folgenden Konsequenzen somit mit verschuldet hatte. Zum anderen, weil ich nach der Zeit des Erstarrens mit Flucht und Vermeidung reagiert hatte. Ich konnte mit niemand über dieses Ereignis sprechen und hatte um das Internet einen großen Bogen gemacht. Aus Angst immer wieder diese Artikel über mich lesen zu müssen, konnte ich eine gefühlte Ewigkeit sogar meinen eigenen Namen nicht mehr googeln. Folge: über zwei Jahre schlimmes Kopfkino. Ich konnte in dieser Zeit keinen einzigen meiner Sprüche selbst umsetzen. Traurige Wahrheit.

    Was so einfach klingt, war riesig schwer für mich zu lernen: Wenn du keinen Frieden mit deiner Vergangenheit findest, wirst du keine Zukunft haben. Bis ich die größte Niederlage in meinen größten Sieg verwandeln konnte, vergingen zwei Jahre Kopfkino.

    Die Ausgangsfrage war ja, ob es besser ist ein Debakel einfach abzuhaken oder ob man langfristig mehr davon profitiert, wenn man sich den vergangenen Ereignissen stellt und sie gründlich aufarbeitet. Klare Antwort: Debakel aufarbeiten ist deutlich besser als schlimme Ereignisse zu verdrängen. Gelernt habe ich das durch eine Ausbildung an der Universität Zürich, am Neuropsychologischem Institut bei Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause, die dort das Zürcher Ressourcen Model (ZRM) entwickelt haben (www.zrm.ch).

    Seit diesem Crash habe ich bis heute sehr viele Wettkampfsportler bei unterstützen können, wie sie besser mit Kritik und übler Nachrede in den Medien zurecht kommen können. Deshalb habe ich auch die Artikel in Internet über mich nie löschen lassen. Jeder von uns macht Fehler, wir können nicht alle davon wieder gut machen und manchmal steht sogar etwas Widersprüchliches über uns im Internet, das sich anfangs wie eine schlimme Niederlage anfühlt und mit der Aufarbeitung später dann zu einem großem Vorteil wird. Deshalb ist für mich heute vor allem diese negative Erfahrung äußerst wichtig, wenn ich Wettkampfsportler unterstütze, wie sie sich schnell von den negativen Gedanken in ihrem Kopf befreien können. Und ich persönlich habe für mich gelernt: Gib dich so authentisch wie du bist. Steh zu deiner Vergangenheit und zu deinen Niederlagen. Lieber abgelehnt und zurückgewiesen für das was ich bin, als vermeintlich geliked zu werden für etwas das ich gar nicht bin.